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Nachts vermochte ich das nicht zu sagen.

Die Nacht ist ein Herz mit goldenen Nerven.

Morgens kommst du aus der Kaserne -

über dir die Sonne

und Nebel zwischen den Bäumen.

Die Kinder lichten ihn mit ihren Seelen,

seine feuchten letzten Gründe.

Wenn du nicht an mich denken willst,

denk an diese Bäume im Nebel.

Denk an sie, wenn du froh bist,

denk an sie, wenn du weinen musst.

Die Bäume im Nebel ähneln dem Radio -

sie teilen ihre Nöte,

sie teilen ihre Pläne.

Wenn du dich nicht an mich erinnern willst,

wenn du keine Kraft noch Ruhe hast,

denk an den Wald, der steht als ein Wehr -

stark, solide und hoch.

Denk an die stählernen Wurzeln,

denk an die Kerben und Wipfel.

Möge diese Erde, harzig und herbstlich,

deine schwarze Nacht

mit Wärme füllen.

Denk an das feuchte Gras zwischen den Dünen,

denk dir, es müsste so sein.

Ich weiß doch, woran du eigentlich denkst,

wenn du über die Bäume sinnst.

Ich weiß, dass ich mir all das

im nächtlichen Nebel und Tumult bewahre.

Nichts ist zufällig.

Nichts.

Überhaupt nichts.

Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe

© Serhiy Zhadan

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